
ARAISE
Medizinische Notfälle realitätsnah trainieren – mit Augmented Reality und KI
Das Projekt ARAISE erweitert medizinische und pflegerische Simulationen mit Augmented Reality (AR) und Künstlicher Intelligenz (KI). Dadurch entstehen realistischere, interaktivere und praxisnähere Trainingssituationen für Studierende.
In bestehenden Simulationen lassen sich wichtige klinische Hinweise häufig nur eingeschränkt darstellen. Dazu gehören beispielsweise Hautverfärbungen bei Sauerstoffmangel oder allergischen Reaktionen, auffällige Atemgeräusche und typische Hintergrundgeräusche aus dem klinischen Alltag. ARAISE macht solche visuellen und auditiven Signale mithilfe von AR auf Simulationspuppen oder Mitlernenden sichtbar und hörbar. KI-Elemente können die Simulation zusätzlich durch autonome Kommunikation und Feedback in Echtzeit ergänzen.
ARAISE hilft Studierenden, komplexe Situationen unter sicheren und kontrollierten Bedingungen zu erleben. Sie können ihre Wahrnehmung schärfen, klinische Hinweise richtig einordnen und Entscheidungen trainieren, bevor sie mit vergleichbaren Situationen im Berufsalltag konfrontiert werden.
ARAISE wird in zwei Anwendungsfällen entwickelt und erprobt: im Simulationszentrum BESIC sowie im Training von Studierenden der Berner Fachhochschule (BFH). In beiden Kontexten unterstützt ARAISE verschiedene Krankheitsbilder und Fallszenarien – von allergischen Reaktionen (Anaphylaxie) bis zu einem Lungenödem.
- Realitätsnäher trainieren: Visuelle und akustische Symptome machen medizinische Fallbeispiele glaubwürdiger und immersiver.
- Situationsbewusstsein stärken: Studierende lernen, relevante Hinweise frühzeitig zu erkennen und im Gesamtzusammenhang zu beurteilen.
- Klinische Entscheidungen üben: Komplexe Abläufe können ohne Risiko für Patient:innen wiederholt trainiert werden.
- Bestehende Simulationen aufwerten: Die Plattform ergänzt Übungen mit Mitstudierenden oder Simulationspuppen, ohne dass zwingend eine kostspielige High-Fidelity-Infrastruktur erforderlich ist.
- Individuelles Lernen unterstützen: Interaktive KI-Funktionen und Feedback in Echtzeit eröffnen neue Möglichkeiten für selbstständiges und zielgerichtetes Training.
- Lehrpersonen entlasten: Automatisierte Elemente können die Betreuung unterstützen und ermöglichen einen gezielteren Einsatz vorhandener Ressourcen.
- Patientensicherheit verbessern: Eine praxisnahe Ausbildung bereitet angehende Fachpersonen besser auf reale klinische Situationen vor.
afca entwickelt die webbasierte Schnittstelle zur Steuerung und Integration der Funktionen sowie die Anwendung für Extended-Reality-Geräte. Die Plattform entsteht in enger Zusammenarbeit mit der Universität Bern, der Universitätsklinik für Notfallmedizin und der Berner Fachhochschule. Studierende und Simulationstrainer:innen werden im Sinne eines Co-Design-Ansatzes aktiv in die Entwicklung und Erprobung einbezogen.
Die entwickelten Szenarien werden in bestehenden Simulationskursen pilotiert und wissenschaftlich untersucht. Dabei werden unter anderem Benutzerfreundlichkeit, klinische Genauigkeit, Situationsbewusstsein, Lernzufriedenheit und die Leistung der KI evaluiert. So verbindet ARAISE technologische Innovation mit konkreten Anforderungen aus Lehre und klinischer Praxis. Das Projekt läuft von September 2025 bis Februar 2027.



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